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Folkinitiative OHZ e.V.

Osterholzer Kreisblatt vom 13.10.2007:

Pub-Atmosphäre im KUZ
Folkkünstler Ian Bruce und Victor Besch überzeugten ihr Publikum

Von unserem Mitarbeiter Christian Valek

OSTERHOLZ-SCHARMBECK. Schottische Folkmusik ist in der Kreisstadt beliebt. Das bewiesen die rund 80 Gäste im Kulturzentrum Kleinbahnhof beim Konzert von Ian Bruce und Victor Besch. Beide Künstler brauchen bei ihren Robert-Burns-Interpretationen nur britischen Humor und ihre Instrumente einzusetzen, um die fußstampfenden Kreisstädter aus der Reserve zu locken. Gedämpftes Licht, Kerzen auf den Tischen, leise scheppernde Biergläser und Kneipengemurmel verbreiteten Pub-Gefühl im Kulturzentrum (KUZ) Kleinbahnhof. In schottischer Tracht bahnt sich der schnauzbärtige Victor Besch Dudelsack spielend einen schmalen Pfad durch die Gästegruppen an den Stehtischen, um auf die Eck-Bühne zu seinem Musikerkollegen Ian Bruce zu gelangen. Gleich zu Beginn erleben die Folkbegeisterten schottische Klang-Kultur hautnah. Das wollen sie erleben - deswegen sind sie hier."Ich wollte Robert Burns heute Abend mitbringen, aber der ist leider schon seit 240 Jahren tot", erzählt Besch mit leichtem schottischen Akzent und bringt dabei nicht nur seinen Bühnenpartner Ian Bruce zum Lachen. Bruce, Schotte aus Glasgow und CD-erfahrener Musiker mit Leib und Seele kommt nur zweimal im Jahr für jeweils vierzehn Tage nach Deutschland, um mit Besch zu musizieren. Ansonsten ist der Kahlköpfige mit Lederlatzhose in Glasgow oder Edinborough als Profi-Musiker anzutreffen. Besch hingegen betreibt die Musik nur im Nebenberuf. "Ich bin eigentlich Diplompsychologe. Durch die Liebe zu einer Deutschen bin ich vor 18 Jahren nach Bremen gekommen und hier geblieben", erzählt er. "Manchmal lasse ich auch Erfahrungen aus meinem Beruf in meine Stücke mit einfließen", plaudert der Schotte aus dem Nähkästchen.Nicht nur Musik und derber schottischer Humor verbinden beide. Sondern auch die unterschiedlichen Sprachkenntnisse lassen beide auf der Bühne zu einem Team verschmelzen. Sie nehmen sich gegenseitig die Späße ab, wirken ehrlich, nahbar und beziehen das Publikum ein. In ihren teils eigenen Musikstücken geht es um das alltägliche Leben, Schönheit der Landschaft und Familie. Im Duett, mit Gitarre und Knopfakkordeon um den Hals oder im Sologesang, vermitteln sie dem Publikum ein Gefühl von Vertrautheit.Und auch wenn der schottische Text oft schwer für Deutsche zu verstehen ist, hat es den Anschein, als seien die Zuhörer berührt. Dabei hilfreich sind auch die Erklärungen von Victor Besch, der in bestem Deutsch kurze Inhaltsbeschreibungen zu den Liedtexten gibt und natürlich keine Gelegenheit auslässt, um mit seinem Bühnenpartner Ian Bruce aneinander zu geraten. Beide ergänzen sich zu einem tollen Team und das sehen auch die Zuhörer so. "Es ist hier eine super Stimmung. Beide verbreiten familiäres Schottland-Gefühl. Wir sind das erste Mal dabei und sind von der lockeren Unterhaltung begeistert", sagen Margrit und Ralf Reinhardt aus Hoope, die beide eine leichte Verwandtschaft der schottischen Sprache zum Plattdeutschen ausmachen können. Auch Marco Seifert ist vom Vortrag begeistert. "Das ist mein erstes Folkkonzert. Mir gefällt der Dialog mit dem Publikum und obwohl hier im Saal Rauchverbot herrscht, ist die Kneipenatmosphäre geblieben", meint der Werschenreger.Wer mehr über das Folkangebot im Landkreis Osterholz wissen möchte, kann gern auf die Internet-Seite www.folkini.de der Folkinitiative Osterholz-Scharmbeck schauen, die den Robert-Burns-Konzertabend veranstaltet hat.

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