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Gitarrenklänge als Ausdruck des Seelenlebens Sinnliche Stimme und Texte der Musikpoetin Christina Lux gingen im Kulturzentrum unter die Haut
Von unserem Mitarbeiter Reinhard Bohling
OSTERHOLZ-SCHARMBECK. Mit 17 hat man noch Träume, heißt es in einem Schlager von Peggy March. Doch daran wird die gebürtige Karlsruherin Christina Lux nicht gedacht haben, als sie die Schule schmiss, sich mit verschiedenen Jobs durch’s Leben schlug und doch unbeirrt ihre Karriere als Gitarristin anstrebte. 1989 wagte die Autodidaktin den Sprung in das Profigeschäft. Seit zehn Jahren ist die Liedermacherin und Sängerin in Deutschland und den Nachbarländern unterwegs. Nun gastierte die Livekünstlerin im Kulturzentrum und bot dabei eine betörende Performance voller Poesie.Auf der kleinen Bühne mit Wohnzimmercharakter brauchte die 42-Jährige dazu nicht mehr als ihre charismatische dunkelrauhe Stimme und die Akustik-Gitarre. Bei ihren ausgedehnten Reisen durch das "Land der Grübeleien" bleibt die Songpoetin auf den Ebenen bitterer Erkenntnisse nicht hängen. "Sonst wird das Herz hart", gab Christina Lux einen Einblick in ihre Empfindungswelt. Und ließ die Hörer im KUZ an Dingen teilhaben, die sie beschäftigen. Da wurde ihr bewegtes Seelenleben sichtbar und verriet gleichzeitig die Sehnsucht nach dem eigenen inneren Harmoniebedürfnis.Christina Lux verstand es durch die variable und filigrane Art des Gitarrenspiels, selbst Unausgesprochenes hörbar zu machen. Mit englischen Texten und deutschen Überleitungen fand sie samt der Poesie und Kraft ihrer vielschichtigen Präsentation oft den direkten Weg in die Seele vieler Musikfreunde. Das ging unter die Haut."Blauäugig - wie ich ja bin - gestehe ich jedem Menschen das Recht zu, in punkto Gott zu glauben, was er möchte", bewies die Vollblutmusikern beispielsweise zum heiklen Thema Kirche große Toleranz und erzählte im gleichen Atemzug augenzwinkernd, dass sie die Liebe zu ihrer ganz persönlichen Religion macht.Christina Lux gehört in der Bundesrepublik längst zu den besten Soul-Folk-Poetinnen. Als Zwölfjährige hatte sie zum ersten Mal eine Gitarre in der Hand. Die Leidenschaft für das Instrument ließ sie nicht mehr los. Nun erklärte der erfolgreiche Gast der Folkinitiative Osterholz-Scharmbeck mit Blick auf ihre hochgelobte CD "Coming home at last": "Solch eine Scheibe ist immer ein Meilenstein und wirkt wie ein Kuchen zum Genießen. Das weckt den Geschmack auf mehr und bestärkt zum Weitermachen." Daran lässt die jetzige Kasselanerin nicht den geringsten Zweifel aufkommen. Das Album "Pure & live" ist dafür der beste Beweis.Christina Lux wirkt als Einfrau-Unternehmen - " ich mache vom Management bis zur Technik noch alles selbst" - in der schnelllebigen Musiklandschaft wirkt dies wie ein Fels in der Brandung. Auch im Kulturzentrum faszinierte die berührende Einheit, die aus der sinnlichen Stimme und Sprache sowie dem wiederholt von Zärtlichkeit und Melancholie geprägten Text, Rhythmus und der Musik entstand."Für einen Abend wie im KUZ gibt es für mich kein festes Programm. Ich reagiere gefühlsmäßig auf das Umfeld und die Atmosphäre", erklärte Christina Lux. Die Fernseh- und Festivalerprobte machte den Auftritt voller Dynamik, Spannungsaufbau sowie funkigen Gitarrerhythmen bis hin zu sanften Akkorden zum Erlebnis. Das Publikum war begeistert. Den Beifall hatte sich die Interpretin in jeder Hinsicht verdient.
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