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Ian Bruce kam nach Hause Schottischer Folkmusiker füllte Saal bei Stagge / Familiäre Atmosphäre verbreitet Von unserer Mitarbeiterin Angelika Meurer-Schaffenberg
OSTERHOLZ-SCHARMBECK. "I am just a man with no master plan, but I try to hurt nobody. Where the hell I am going?", sang Ian Bruce in Stagges Hotel. Übersetzt heißt der Text etwa: "Ich bin ein Mann mit keinem großem Lebensplan, aber ich versuche, niemand zu verletzten. Wo zur Hölle, gehe ich bloß hin?" Die Folkinitiative hatte den Schotten erneut in die Kreisstadt geholt. Für das Publikum fühlte es sich ein bisschen an wie "Ian kommt nach Hause". Der bekannte schottische Musiker Ian Bruce ließ die Zuhörer im voll besetzten Saal wissen, dass Stagge ein Stück Heimat für ihn bedeute. "Ich habe hier viele glückliche Stunden verlebt - von manchen weiß ich nicht, wie ich danach nach Hause gekommen bin. Aber wo ist schon zu Hause, wenn man bei Stagge ist."Vor elf Jahren hatte der Schotte während des Scharmbecker Herbstmarktes seine Karriere in Deutschland begonnen. Seitdem ist er den Osterholz-Scharmbeckern verbunden geblieben. "Den Song habe ich in Worpswede geschrieben", erklärte Ian Bruce den zitierten englischen Text vom planlosen Mann. Sogar ein Lied für Heidi Stagges Katze Namenlos hat Ian Bruce geschrieben. Dicht war sein Kontakt zum Publikum. Kleine Unplanmäßigkeiten wie ständige Nachstimmpausen mit einer unwilligen neuen Gitarre oder ein künstlicher Zahn, der bei zu offenem Mund herauszufallen drohte, ließen den Künstler für das Publikum nur noch ein bisschen näher rücken. Bruce schaffte es, familiäre Atmosphäre zu verbreiten. Sowohl die Fans seiner Melodien, als auch die seiner Stimme kamen auf ihre Kosten. Abwechslungsreich gestaltete Bruce das Programm nach Lust und Laune: "Was spiele ich denn jetzt mal?", überlegte er laut. "Oh, mal sehen, das habe ich früher immer hier gesungen aber sonst selten - mal sehen, ob ich den Text zu Stande bekomme". Er hatte die Songs nicht vergessen. Besonders für a cappella Stücke erntete Bruce dicken Applaus, wenn er wie ein Wikinger stimmgewaltig die Hände an die Hüften legte und den Raum mit seinem rauen und ursprünglichen Gesang füllte. Mal rockte der Schotte mit seiner Gitarre auf der Bühne, mal schmolz er in Balladen dahin. "Persönlich mag ich eher die ruhigen Sachen", bemerkte der 49-Jährige. Eigene und traditionelle Stücke mixte er mit solchen, die er von hoffnungsvollen Nachwuchskünstlern übernommen hatte. "Ich habe vor einem Jahr das letzte Mal selbst komponiert", erzählte Bruce. Ihm mache es inzwischen besonders viel Spaß, Songs mit anderen zusammen zu schreiben, weil die Mischung der jeweiligen Eigenheiten oft ein ganz besonderes Ergebnis hervorbringe. "Ich mag es, in Gesellschaft zu sein", erzählte der Musiker dem Publikum.Ian Bruce ist in Glasgow geboren und lebt in Castle Douglas im Süd-Westen Schottlands. Dort hat er ein Tonstudio und arbeitet an Schulen. Er komponiert mit Schülern schottische Lieder. "Aber am Liebsten bin ich doch auf der Bühne", gestand der leidenschaftliche Musiker. Nähere Informationen zu Ian Bruce und entsprechende Links gibt es auf der Internetseite der Folkinitiative www.folkinitiative.de.
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